06.10.2014

Krankenpflegerin postet Bilder eines Kindes auf Facebook – Kündigung unwirksam

Landesarbeitsgericht Berlin Brandenburg, Urteil vom 11.04.2014, Az. 17 Sa 2200/13

 

 

Eine Krankenpflegerin veröffentlichte Fotos eines Kindes bei Facebook, das aus schwierigen Verhältnissen kam und später verstarb. Zudem wurden die Bilder mit diesen Informationen kommentiert. Da der Arbeitgeber in dem Verhalten der Frau einen erheblichen Verstoß gegen arbeitsvertragliche Pflichten sah, wurde die Arbeitnehmerin fristlos gekündigt. Gegen diese Kündigung wehrte sich die Kinderkrankenpflegerin.

 

Sowohl die Vorinstanz als auch das Landesarbeitsgericht entschieden zugunsten der Frau und erklärten die Kündigung für unwirksam. Die Richter berücksichtigten zwar den Umstand, dass die Arbeitnehmerin erheblich gegen die Persönlichkeitsrechte des Patienten und die Schweigepflicht verstoßen hat. Daher ist ein derartiges Verhalten auch grundsätzlich geeignet, um eine fristlose Kündigung zu rechtfertigen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine Verbreitung der Bilder über soziale Netzwerke unkontrollierbar ist.

 

Jedoch kann aufgrund der Umstände des Einzelfalles der Arbeitgeberin die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zugemutet werden. Denn vorliegend hat die Krankenpflegerin eine emotionale Bindung zu dem Kind aufgebaut. Dieser emotionalen Beziehung wollte die Arbeitnehmerin  lediglich auf diese Weise Ausdruck verleihen. Außerdem konnte das Kind anhand des Bildes nicht identifiziert werden, so dass eine Bloßstellung des Patienten nicht vorlag.

 

Daher hätte zunächst eine Abmahnung der Arbeitnehmerin genügt.

 

Eine Revision zum Bundesarbeitsgericht hat das LAG Berlin-Brandenburg abgelehnt.

 

 

 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

 

Rechtsanwalt Freier

 

Carl-Spaeter –Haus

Bergstraße 94

58095 Hagen

 

Tel. 02331 / 91 67 – 14

freier@pd-partner.de

 
hgn-frr 2017-12-15 wid-6 drtm-bns 2017-12-15