22.01.2015

eBay: Grobes Missverhältnis zwischen dem Kaufpreis und dem Wert einer Sache führt nicht zur Nichtigkeit des Kaufvertrages

BGH, 12.11.2014 - VIII ZR 42/14    

 

Folgender Fall:

 

Ein Verkäufer wollte über die Plattform eBay seinen Gebrauchtwagen veräußern. Dabei machte er ein Mindestangebot von 1 €. Da der Verkäufer wenige Stunden nach der Abgabe des Mindestangebots die Möglichkeit erhalten hat, sein Fahrzeug außerhalb der eBay-Auktion zu einem Preis von 4.200 € zu verkaufen, brach er die Auktion ab. Den bis dahin Höchstbietenden informierte er über die Gründe seiner Entscheidung.

 

Der Höchstbietende wollte sich dagegen nicht so ohne Weiteres vom Vertrag lösen. Vielmehr vertritt er den Standpunkt, dass zwischen ihm und dem Anbieter ein wirksamer Kaufvertrag mit dem Kaufpreis von 1 € zustande gekommen ist. Daher begehrte er die Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe des tatsächlichen Wertes des Wagens von 5.250 €.

 

Alle Instanzen sahen den Kläger im Recht. Die Richter am BGH begründeten ihre Entscheidung damit, dass es ja gerade den Reiz einer Versteigerung ausmacht, die Kaufsache zu einem sehr günstigen Kaufpreis zu ersteigern. Auf der anderen Seite erhält auch der Verkäufer die Möglichkeit, einen hohen Preis im Wege des Überbietens zu bekommen. Außerdem ist der Anbieter nicht schutzwürdig, weil er freiwillig das Risiko einer ungünstigen Entwicklung der Auktion auf sich nimmt, wenn er ein Mindestangebot von 1 € abgibt.   

 

Aus diesen Gründen führt ein grobes Missverhältnis zwischen dem Kaufpreis und dem tatsächlichen Wert der Kaufsache nicht zur Nichtigkeit des Kaufvertrages. Insbesondere ist der Vertrag nicht wegen Sittenwidrigkeit unwirksam.

 

 

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