23.02.2015

Männer dürfen im Stehen urinieren

Amtsgericht Düsseldorf, Urteil vom  20.01.2014, 42 C 10583/14

 

Kurioser Fall:

Nachdem das Mietverhältnis beendet war, weigerte sich der Vermieter die Kaution i.H.v. 3.000 € an den ehemaligen Mieter zurückzuzahlen. Als Begründung trug der Vermieter vor, dass der Marmorfußboden im Bad stark verätzt war. Diese Beschädigung des Bodens war ringsum um den Toilettenbereich vorhanden. Ein Fachmann konnte feststellen, dass diese Schäden auf das im Stehen Urinieren des Mieters  zurückzuführen ist. Daher müsste der Mieter für diesen Schaden haften.

 

Der Mieter war mit dieser Entscheidung nicht einverstanden, da er der Meinung war, dass das im Stehen Urinieren weit verbreitet sei und er deshalb nichts falsch gemacht habe. Aus diesem Grunde klagte er seine Kaution ein.

Das Gericht gab dem Mieter Recht und verurteilte den Vermieter zur Rückzahlung der Kaution. Der Richter begründete das Urteil damit, dass der Mieter nicht mit dieser besonderen Empfindlichkeit des Bodens rechnen musste, da derartige Auswirkungen allgemein unbekannt sind. Der Vermieter hatte die Pflicht, den Mieter auf die besonderen Gefahren hinzuweisen. Dieser Pflicht ist er nicht nachgekommen.

Wörtliches heißt es:

>Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet. Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit - insbesondere weiblichen - Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen<<

 

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René Litschner

         Fachanwalt für Sozialrecht

 

Rechtsanwälte Pinkvoss, Dahlmann & Partner

 

Carl-Spaeter –Haus

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58095 Hagen

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